Inhalt
FAQ Windenergie
Open ReadSpeaker Block

Der Ausbau der Windenergie in Schwalmtal schreitet immer weiter voran. Zurzeit befinden sich zwei neue Windkraftanlagen in Dilkrath in der Bauphase. Die Gemeinde Schwalmtal möchte gerne mit einem FAQ die häufigsten Fragen beantworten.
Sind Windräder schädlich für Menschen? Wie sich Windenergieanlagen auf Anwohnende und Umwelt auswirken, ist heute gut untersucht. Ihre Genehmigung und der Betrieb unterliegen strengen Auflagen. Neue Erkenntnisse fließen kontinuierlich in die Genehmigungs- und Betriebspraxis ein. Zudem ersetzen Windräder fossile Energieträger und tragen dadurch dazu bei, Schadstoffe, insbesondere Kohlenstoffdioxid und Feinstaub deutlich zu reduzieren.
Haben Anwohnende den ganzen Tag Schatten durch Windräder? Nein, der Schattenwurf und die Beleuchtung wurden auf ein Minimum reduziert. Die heutigen Regelungen für Anlagen sind das Ergebnis jahrzehntelanger Erfahrungen – auch von Anwohnenden. So wurde schon vor 20 Jahren verbindlich festgelegt, dass der Schatten einer Anlage an höchstens 30 Tagen im Jahr auf Wohnhäuser fallen darf - und zwar für jeweils höchstens eine halbe Stunde am Tag. Seit 2025 müssen Windenergieanlagen – mit Ausnahme derer in Flughafennähe – so ausgestattet sein, dass ihre Lichter nur noch blinken, wenn sich ein Flugzeug nähert. Dies reduziert die Lichtbelastung um bis
zu 95 Prozent.
Sind Windräder laut und belasten durch Schall? Windenergieanlagen sollen gute Nachbarn sein: Die Auswirkungen hörbaren und nicht hörbaren Schalls sind gut untersucht. So ist es wissenschaftlich belegt, dass Infraschall und Bodenschwingungen von Windenergieanlagen deutlich unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegen und keine nachweisbaren gesundheitlichen Schäden verursachen. Genehmigungsverfahren umfassen strenge Lärmgutachten, die sicherstellen, dass gesetzliche Grenzwerte eingehalten werden.
Zerstören Windräder die Umwelt? Windenergie benötigt im Vergleich zu konventioneller Energiegewinnung sehr wenig Fläche: Für das Fundament, den Kranstellplatz und den Wegebau werden rund 0,25 Hektar pro Windenergieanlage genutzt. Die überwiegende Fläche eines Windparks bleibt weiter für Natur, Wald oder Landwirtschaft verfügbar. Am Ende ihrer Nutzungsdauer können Windenergieanlagen vollständig zurückgebaut oder erneuert (Repowering) werden. Anders als bei der konventionellen Energiegewinnung entstehen keine Folgelandschaften oder bleibende Schäden vor Ort (z.B. durch Ölfelder, Kohletagebaue, Halden, Kraftwerke, Havarien) und die Flächen können neu genutzt oder renaturiert werden. Zum Thema Rückbau ist zu beachten: Windenergieanlagen können heutzutage zu mehr als 90 Prozent recycelt werden. Das Recycling der Rotorblätter (ca. 3 Prozent der Windenergieanlage) gestaltet sich aufwendig, aber auch hier gibt es Möglichkeiten und es wird
intensiv nach weiteren Lösungen geforscht.
Schreddern Windräder viele Vögel? Es stimmt, dass Windkraftanlagen den Tod von Vögeln verursachen können. Insbesondere wenn der Wind stark weht oder die Tiere dicht an den Anlagen vorbeifliegen, können sie in die Nähe der Rotoren gelangen. Windräder sind jedoch eine vergleichsweise geringe Gefahr für Vögel. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) schätzt, dass jährlich rund 100.000 Vögel durch Kollisionen mit Windkraftanlagen zu Tode kommen. Durch Kollisionen mit Glasscheiben sterben laut NABU jährlich allein bis zu 115 Millionen Vögel. Bis zu 70 Millionen Vögel kommen wiederum im Straßen- und Bahnverkehr zu Tode. Freilaufende
Hauskatzen stellen mit bis zu 60 Millionen getöteten Vögeln pro Jahr ebenfalls eine große Gefahr für die Vogelwelt dar. Im Gesamtbild fällt der Einfluss der Windenergie auf die heimischen Vogelpopulationen dagegen vergleichsweise niedrig aus, wie auch ein Faktencheck der Zahlen durch die Nachrichtenagentur dpa bestätigt.
Wird bei der Standort-Auswahl auf Vögel geachtet?
In Deutschland sind es weniger die häufig vorkommenden Kleinvögel, sondern vor allem bestimmte Arten wie einige Greifvögel, deren Bestände als besonders gefährdet gelten. Um diese Arten zu schützen und eine weitere Bestandsminderung zu verhindern, gelten hierzulande strenge Auflagen für den Artenschutz bei der Standortwahl von Windkraftanlagen. Es werden umfangreiche Schutzmaßnahmen wie beispielsweise Antikollisionssysteme eingesetzt, die für eine automatisierte Abschaltung der Anlagen sorgen können, wenn sich gefährdete Arten in der Nähe befinden. Grundsätzlich ist die Kollisionsgefahr für Vögel nicht überall gleich hoch – es gibt konfliktärmere und konfliktreichere Gebiete. Bereits in der Planungsphase sind deshalb umfassende Prüfungen durchzuführen, um sensible Gebiete zu meiden. Besonders wichtig ist es, Rastplätze sowie Brutgebiete zu schützen und Anlagen nicht entlang der Hauptwege des Vogelzugs zu bauen. Vor allem für gefährdete Arten wie Greifvögel ist die Vermeidung von Konfliktzonen entscheidend. Um geeignete und konfliktarme Standorte zu finden, kommen oft Geoinformationssysteme (GIS) zum
Einsatz, die wichtige Daten wie Vogelzugrouten, Schutzgebiete und Landschaftsmerkmale analysieren und visualisieren.
Bringt Windenergie den Bürgerinnen und Bürgern überhaupt etwas? Windenergie bringt uns wirtschaftlich voran. Im Jahr 2023 arbeiteten in Deutschland mehr als 400.000 Menschen im Bereich der erneuerbaren Energien. Rund 125.000 allein in der Windbranche. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 waren in Deutschland etwa 17.000 Personen im Braunkohlebergbau und in den Braunkohlekraftwerken beschäftigt. Von der Planung über die Genehmigung und den Bau bis hin zu Wartung und Betrieb können Aufträge und Gewinne in der Region bleiben. Windenergie lohnt sich: für uns heute und für zukünftige Generationen. Alle Bürgerinnen und Bürger können indirekt profitieren, da die Kommune Einnahmen aus dem Windpark hat. Für die Windenergieanlagen in Ungerath zahlt der Betreiber beispielsweise an die Gemeinde Schwalmtal eine freiwillige EEG-Umlage. Pro Windrad kommt jährlich ein fünfstelliger Betrag für die Region zusammen.
Wann kommen die Bänke in Ungerath zurück? Unser Bauhof hat die Bänke zwischenzeitlich wieder provisorisch aufgestellt. Sobald der Testbetrieb abgeschlossen ist, werden die Sitzmöglichkeiten wieder dauerhaft eingesetzt.